Dreiviertelblut: "Diskothek Maria Elend"

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Veranstalter:
Oskar Konzerte [Link]
Termin:
Freitag, den 06.03.2020, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort:
Stadtsaal [Stadtplan]
Eintritt:
€ 26,70
Vorverkauf:
Alt-Neuöttinger Anzeiger, Inn-Salzach-Ticket

 

 

Dreiviertelblut machen laut eigener Aussage "folklorefreie Volksmusik", eine sehr treffende Beschreibung! Das Herz der Formation bilden in erster Linie Sänger und Texter Sebastian Horn und Gitarrist und Komponist Gerd Baumann. Horn ist vielen noch bestens bekannt als Sänger der Bananafishbones, die Ende der 90er Jahre deutschlandweit Erfolg hatten mit Singles wie "Easy Day" und "Come to sin". Baumann hat sich als Komponist zahlreicher Filmmusiken großes Renommee erworben. Unter anderem schrieb er die Musik für "Wer früher stirbt ist länger tot", "Almanya", "Sommer in Orange" "Räuber Kneissl" oder den Niederbayern-Krimi "Sau Nummer 4". Auf Letzterem waren Baumann und Horn das erste mal gemeinsam zu hören.
Die Reaktion der Zuschauer und das Interesse an den Stücken waren enorm. So begann die engere Zusammenarbeit der beiden folklorefreien schwarzen Vögel. Beide entdeckten ihre tiefe Verbundenheit zur bayrischen Seele, weit weg von Trachtentum, Stiernackigkeit und dem "Dahoam is dahoam" - Gefühl. Zwanglos entstanden über die Jahre viele Lieder, die irgendwann drängten, veröffentlicht zu werden. 2013 dann wurde das Debütalbum "Lieder vom Unterholz" unter dem Bandnamen "Dreiviertelblut" veröffentlicht.
Nun musste man den einzigartigen Sound noch auf die Bühne bringen, weswegen sich die beiden weitere Musiker suchten, mit denen sie auch live wiedergeben konnten, was zuvor im Studio erschaffen worden war. Seit die Band seit 2013 zudem die Musik für das Singspiel vom Nockherberg liefert, ist ihre Popularität sprunghaft gewachsen.
Im Oktober 2016 erschien das zweite Album "Finsterlieder", das fortführt und weiterentwickelt, was auf "Lieder vom Unterholz" bereits seinen großartigen Anfang fand.
Nun erscheint das dritte Album von Dreiviertelblut "Diskothek Maria Elend".
Titelgebend sind der Ort, an dem die Live Aufnahmen entstanden (bei der Kapelle "Maria Elend"), sowie die – erstaunliche – Tanzbarkeit einiger neuen Stücke.
Gerd Baumanns filmmusikalische Arrangements beflügeln Sebastian Horns krude Geschichten über Leben und Tod und das, was dazwischen liegt. Was als Ganzes dabei entsteht, kann ohne Übertreibung als "Phantastischer Realismus" bezeichnet werden. Es gruselt einem in "Unter Deim Bett", in Gedenken an die nächtlichen Ängste der Kindheit. Und in "Odlgruamschwimmer" bedankt sich Sebastian an seine - damals 6 Jahre alte - Lebensretterin, die ihn als Kind vor dem sicheren Tod gerettet hat. Aus der Odlgruam. Wer Dreiviertelblut kennt, weiß, dass dem lachenden ein weinendes Auge folgt und umgekehrt. "Wos übrig bleibt" ist ein Befreiungsschlag aus den Ketten der Gesellschaft und eine Erinnerung daran, dass wir ohne Haut alle ziemlich gleich ausschauen. Traurig düster sind die letzten Gedanken Georg Elsers in seiner Zelle "13 Minuten" ist ein Appell an die Menschlichkeit. "Auf und davo" sind elegische Gedanken an die Vergänglichkeit, die am Lagefeuer, am Bach, in ruhigen Momenten entstehen.
"Diskothek Maria Elend": elf Geschichten, elf Stücke voll Wahrheit, Demut und Lebensfreude vereint auf einem Album, dass seinen beiden Vorläufern würdig und logisch auf den Weg in eine neue musikalische Dimension folgt.

Live werden die grandiosen Songs von den humorvollen Ansagen der beiden charismatischen Frontmänner zusammengehalten, die sich dabei spontan die Bälle zuschießen.
Die große Stärke der Formation ist die Vielschichtigkeit an Emotionen, die sie an einem Abend zu transportieren vermögen: Da ist ein Lied nie nur fröhlich oder traurig, nie nur lebensfroh oder melancholisch, sondern Dreiviertelblut schaffen es, jedem Lied, quasi dem Leben gleich, mehrere Facetten zu geben.
Hier wird der Mut besungen, dem Sterben, dem Schmerz und dem Abschied humorvoll und lebensbejahend ins Gesicht zu sehen – oder gar frech ins Gesicht zu grinsen. Hier wird blutrünstige Lebensfreude gefeiert. Hier ist auch Platz für resignierte Erschöpfung und die schmerzvolle Sehnsucht nach Nähe. Dreiviertelblut sind eine fröhliche Party am und im Abgrund. Oder wie Gerd Baumann es formuliert: "Es geht um Dinge die uns beschäftigen. Und Dancing Queen ist es nicht."

 

 

Gültig bis: 2020-03-06 - Veröffentlicht von
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